StEG: Die Teilprojekte der Studie

Wie wirkt sich die Teilnahme am Ganztag auf die Lernentwicklung von Schülerinnen und Schülern aus? Wie beeinflusst sie ihre Schullaufbahn und den weiteren Bildungsweg? Und wie müssen die außerunterrichtlichen Angebote gestaltet sein, damit sie die angestrebten Wirkungen tatsächlich erzielen? In der zweiten Phase von StEG konzentrieren wir uns auf die Bedingungen, die für die Wirkung von Ganztagsschule verantwortlich sind.

Die fünf Teilstudien

Aufgrund unserer vielfältigen Fragestellungen haben wir unsere Forschung in fünf Teilstudien organisiert. Die Projekte ergänzen sich gegenseitig und werden inhaltlich so verknüpft, dass wir die Ergebnisse wechselseitig nutzen können. So werden wir der Komplexität des Themas Ganztagsschule gerecht und können gleichzeitig jede unserer Fragestellungen umfassend beantworten.

Erfahren Sie mehr:

> zu unserer Forschung in der 3. und 4. Klasse (StEG-P)
> zu den Untersuchungen in der 5. und 6. Klasse (StEG-S)
> zur Teilstudie in den Klassen 9 und 10 (StEG-A)
> zu unserer Studie in den Klassen 2 bis 7 (StEG-Q)
> zur Befragung der Schulleitungen für das Bildungsmonitoring Ganztagsschule

Unsere Teilstudien beziehen sich jeweils auf verschiedene Klassenstufen und Personengruppen. Dadurch ist sichergestellt, dass der Aufwand durch die Datenerhebung sowohl für die einzelnen Befragten als auch für die Schulen so gering wie möglich bleibt.

3./4. Klasse (StEG-P): Entwicklung grundlegender Fähigkeiten

Auf Basis unserer Erhebungen in den Klassen 3 und 4 wollen wir ein möglichst genaues Bild davon zeichnen, unter welchen Bedingungen Kinder in der Ganztagsgrundschule am besten lernen. Zu diesem Zweck haben wir unsere Untersuchungen nach den drei zentralen Lernfeldern der Primarstufe strukturiert.

Konkret wollen wir in StEG-P herausfinden: Unter welchen Bedingungen entwickelt sich die Lesefähigkeit der Schülerinnen und Schüler besonders gut? Wie müssen außerunterrichtliche Angebote gestaltet sein, um Begeisterung und Verständnis für die Naturwissenschaften zu wecken? Und welche Aspekte des Ganztags wirken sich besonders positiv auf das Sozialverhalten aus?

5./6. Klasse (StEG-S): Förderung von Leseverständnis und sozialen Fähigkeiten

Der Übergang in die Sekundarstufe I ist eine besonders kritische Phase im Bildungsverlauf: Die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler sinkt allgemein ab, außerdem tritt vermehrt problematisches Sozialverhalten auf. Lassen sich Lernmotivation und Sozialverhalten in der Sekundarstufe I dennoch stabil halten, so ist dies richtungsweisend für den späteren Erfolg in Ausbildung und Beruf.

In StEG-S wollen wir herausfinden, welche Faktoren entscheidend für den Erfolg entsprechender Förderangebote sind. Zu diesem Zweck haben wir zwei Lernfelder ausgewählt, die für die Ausbildungsfähigkeit eine zentrale Rolle spielen: die sozialen Fähigkeiten und das Leseverständnis.

9./10. Klasse (StEG-A): Stabilität von Bildungsverläufen

Kommen Ganztagsschülerinnen und -schüler reibungsloser durch die Schulzeit? Und ist der Übergang in die Ausbildung für sie leichter als für Jugendliche, die nicht an Ganztagsangeboten teilgenommen haben? Einige Ergebnisse aus der ersten Phase von StEG deuten darauf hin.

In unserer aktuellen Untersuchung erforschen wir nun gezielt, wie die Teilnahme an außerunterrichtlichen Angeboten den Verlauf der Schulzeit sowie den Übergang in die berufliche Ausbildung beeinflusst. Dafür erfassen wir in den Klassen 9 und 10 rückblickend die gesamte Ganztagsbiografie der Schülerinnen und Schüler und begleiten sie in der Folge bis über ihren Abschluss hinaus. Für StEG-A haben wir ausschließlich Schulen ausgewählt, die mit der 9. oder 10. Klasse abschließen.

2. – 7. Klasse (StEG-Q): Der Alltag hinter den Daten

Wie der Alltag an deutschen Ganztagsschulen ganz konkret abläuft, dazu gibt es bislang kaum wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse. Deshalb untersuchen wir in StEG-Q, wie alle Beteiligten gemeinsam den Ganztag mit Leben füllen. Dafür konzentrieren wir uns auf die konkreten Handlungen und die individuellen Wahrnehmungen von Einzelpersonen.

In unseren mündlichen Erhebungen befragen wir Schülerinnen und Schüler derselben Klassenstufen, mit denen sich auch die Teilprojekte StEG-P und StEG-S befassen. Dadurch können wir die Erkenntnisse aus allen Teilprojekten sinnvoll miteinander verknüpfen.

Schulleitungsbefragung: Bildungsmonitoring Ganztagsschule

Die Schulleitungsbefragung bildet die Basis für die Fortsetzung des Bildungsmonitoring Ganztagsschule, das wir in StEG bereits seit 2005 durchführen. Unsere Erhebungen erbringen vor allem inhaltliche Informationen darüber, wie die Ganztagsschulen strukturiert und organisiert sind.

Das Bildungsmonitoring dient vor allem dazu, Bildungsverwaltung, Bildungspolitik sowie die einzelnen Schulen bei der systematischen Weiterentwicklung des Ganztags zu unterstützen. Im Rahmen unserer aktuellen Forschung bilden die Daten außerdem eine Grundlage für die weiteren Teilstudien: Sie liefern beispielsweise wichtige Informationen für die Auswahl der teilnehmenden Schulen.