StEG-S: Das Studiendesign

In StEG-S untersuchen wir, wie außerunterrichtliche Förderangebote gestaltet sein sollten, damit die angestrebten Wirkungen möglichst gut erreicht werden. Dabei konzentrieren wir uns auf die Themenbereiche „Lesen“ und „soziale Entwicklung“.

Insgesamt führen wir an 60 Schulen Erhebungen durch. Dort befragen wir Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2013/14 mit der 5. Jahrgangsstufe beginnen. Außerdem nehmen ihre Klassenlehrerinnen und -lehrer, das weitere pädagogisch tätige Personal aus den Ganztagsangeboten sowie die Lehrkräfte aus dem Deutschunterricht an StEG-S teil – ebenso wie die Lehrerinnen und Lehrer aus dem Fach Soziales Lernen, sofern dieses in den untersuchten Schulen angeboten wird.

Erfahren Sie mehr:

> zu Design und Inhalten der Fragebogenstudie
> über unser Konzept zur optimalen Förderung des Leseverständnisses
> darüber, wie und wieso wir computerbasierte Erhebungen durchführen

Fragebogenstudie: Design und Inhalte

Durch unsere Untersuchungen in der Sekundarstufe I wollen wir vor allem längerfristige Entwicklungen abbilden. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren hinweg führen wir deshalb mehrere Erhebungen durch und setzen ihre Ergebnisse zueinander in Beziehung. Die erste Befragung findet zu Beginn des Schuljahres 2013/2014 statt. Zwei weitere Erhebungen folgen jeweils im Abstand von einem halben Jahr.

Lernmotivation, Schulfreude, Fähigkeiten
Mit der ersten Befragung legen wir die Basis für unsere Analysen. Hier erheben wir die Ausgangswerte der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf Lernmotivation, Schulfreude, Leseverständnis und soziale Fähigkeiten. In den beiden Folgebefragungen erfassen wir dieselben Merkmale erneut: einmal zum Ende des ersten, einmal zum Ende des zweiten Halbjahres der 5. Jahrgangsstufe. Indem wir beobachten, wie sich die Messwerte über die Zeit hinweg verändern, können wir die Wirksamkeit der Ganztagsteilnahme beurteilen.

Kursgestaltung und -teilnahme
Zum Zeitpunkt der beiden Folgebefragungen haben die Schülerinnen und Schüler bereits an verschiedenen Kursen teilgenommen. Wir können nun also erfassen: Welche Angebote haben sie in den Bereichen „Lesen“ und „soziales Lernen“ besucht? Und wie regelmäßig haben sie jeweils daran teilgenommen? Darüber hinaus beurteilen die Schülerinnen und Schüler die Gestaltung und die Rahmenbedingungen dieser Kurse – und wir befragen sie zum Unterricht in Deutsch sowie im Fach Soziales Lernen, falls dieses bei ihnen unterrichtet wird. Dadurch können wir prüfen: Entstehen bestimmte Wirkungen durch die Gestaltung der Ganztagsangebote, durch Merkmale des Unterrichts oder sogar erst im Zusammenspiel von Unterricht und Angebot?

Die beiden Folgebefragungen beziehen sich ausschließlich auf Veranstaltungen aus dem Halbjahr, in dem auch die jeweilige Erhebung stattfindet. So können wir die gefundenen Wirkungen auf die Gestaltung bestimmter Angebote zurückführen. Dabei interessiert uns auch die Perspektive derjenigen, die für die Durchführung der Ganztagsangebote und des Unterrichts verantwortlich sind: Die Lehrkräfte und das weitere pädagogisch tätige Personal aus den Förderangeboten beurteilen ebenfalls die Gestaltung und Rahmenbedingungen der untersuchten Kurse. Zu einigen Themen befragen wir zudem die Klassenlehrerinnen und -lehrer sowie die Lehrkräfte aus dem Deutschunterricht und gegebenenfalls aus dem Fach Soziales Lernen.

Programm zur Leseförderung

Bislang hat die Forschung noch nicht alle Gestaltungsmerkmale identifiziert, die für die Wirksamkeit von außerunterrichtlichen Angeboten verantwortlich sind. In unserer Fragebogenstudie  wollen wir deshalb weitere solcher Faktoren finden. Gleichzeitig beziehen wir auch die Kriterien in unsere Untersuchung ein, die bereits bekannt sind. Hier können wir sogar schon einen Schritt weiter gehen und fragen: In welcher Ausprägung sollten diese Merkmale in Förderangeboten vorhanden sein, damit sie ihre Wirkung am besten entfalten können? An dieser Erweiterung unserer Teilstudie nehmen insgesamt neun Schulen teil.

Texte verstehen und Freude am Lesen
An sechs der Schulen aus unserer Fragebogenstudie führen wir zusätzlich ein spezielles Angebot zur Leseförderung durch: Es basiert auf dem Programm „Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark“, das bereits im Unterricht erprobt wurde. Für StEG-S haben wir das Programm so angepasst, dass es sich auch als Ganztagsangebot sinnvoll durchführen lässt. Ziele sind die Vermittlung von wichtigen Lesestrategien sowie die Steigerung der Lesefreude.

„Lesen macht stark“ findet an allen sechs Schulen im ersten Halbjahr der Klasse 5 statt. Das Angebot wird von extra geschultem Personal durchgeführt, das in unserem Auftrag die Schulen besucht. Alle Schülerinnen und Schüler lernen also unter denselben Bedingungen. Dadurch erhalten wir besonders exakte Ergebnisse.

Gemeinsam optimal fördern
Zusätzlich zu "Lesen macht stark" haben wir eine weitere Maßnahme entwickelt: Sie richtet sich an die Deutschlehrkräfte sowie an das weitere pädagogisch tätige Personal aus Angeboten zur Leseförderung. Sie erhalten in regelmäßigen, durch uns organisierten Treffen die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch.  Alle drei Termine finden im ersten Halbjahr der Klasse 5 statt. Ziel ist es, die inhaltliche Abstimmung zwischen Angeboten und Unterricht zu verbessern und so das gemeinsame Projekt „Lesen optimal fördern“ voranzutreiben.

Auch die Treffen der Lehrkräfte und des weiteren pädagogisch tätigen Personals führen wir an sechs Schulen durch. Allerdings handelt es sich dabei nur um drei der Schulen, die auch am Programm „Lesen macht stark“ teilnehmen. Drei weitere Schulen wählen wir zusätzlich aus.

Umfassende Ergebnisse
Durch die systematische Verteilung der Programme erhalten wir drei verschiedene Gruppen. So können wir unsere Fragestellung besonders umfassend bearbeiten. An den Schulen, an denen wir ausschließlich die Schülerinnen und Schüler ausbilden, können wir prüfen: Welche Wirkungen erzielt das Programm „Lesen macht stark“ als Ganztagsangebot? Dort, wo wir nur die Treffen zwischen Lehrkräften und weiterem pädagogisch tätigen Personal durchführen, finden wir heraus: Welche Wirkungen ergeben sich allein durch die verbesserte Zusammenarbeit? Und im Vergleich zu den Schulen mit beiden Maßnahmen lässt sich feststellen, welche Effekte sich erst durch das Zusammenwirken beider Angebote ergeben.

Die Befragungen zu unseren Maßnahmen zur Leseförderung finden ganz regulär im Rahmen der Fragebogenstudie statt. Bei den Schülerinnen und Schülern führen wir jedoch zusätzlich eine weitere Erhebung am Ende des ersten Halbjahrs der Klasse 6 durch. So können wir prüfen, ob die Trainingseffekte auch über längere Zeit bestehen bleiben. Die Lehrkräfte und das weitere pädagogisch tätige Personal füllen zudem im Rahmen ihrer Treffen zweimal einen Kurzfragebogen aus – zu Beginn sowie zum Ende der 5. Jahrgangsstufe.

Praktisch und sicher: Computerbasierte Erhebungen

Um die Belastung für die Schülerinnen und Schüler so gering wie möglich zu halten – und auch, weil sie das Medium Computer in der  Regel spannender finden als herkömmliche Papier-und-Bleistift-Tests – haben wir uns in ihrem Fall für computerbasierte Erhebungen entschieden: Das System passt die Fragebögen während des Ausfüllens an die individuellen Teilnahmeprofile an. Dadurch brauchen die Befragten nur die Themen und Antwortmöglichkeiten zu bearbeiten, die für sie tatsächlich von Bedeutung sind. Wie über die gesamte Studie hinweg hat der Datenschutz auch bei den computerbasierten Erhebungen höchste Priorität.