Stabilität von Bildungsverläufen

Kommen Ganztagsschülerinnen und -schüler reibungsloser durch die Schulzeit? Und ist der Übergang in die Ausbildung für sie leichter als für Jugendliche, die nicht an Ganztagsangeboten teilgenommen haben? Einige Ergebnisse aus der ersten Phase von StEG deuten darauf hin. So verringert die regelmäßige Teilnahme an Ganztagsangeboten das Risiko, eine Klasse wiederholen zu müssen. Außerdem wirkt sie sich positiv auf das Sozialverhalten aus – und entsprechende soziale Fähigkeiten sind nicht zuletzt bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz von Vorteil.

Mit unserer aktuellen Forschung bauen wir auf den bisherigen Erkenntnissen auf: In StEG-A untersuchen wir gezielt, wie die Teilnahme an außerunterrichtlichen Angeboten den Verlauf der Schulzeit beeinflusst. Außerdem erforschen wir, wie sich der Ganztag auf den Übergang in die berufliche Ausbildung sowie auf die weitere Bildungslaufbahn auswirkt.

Erfahren Sie mehr:

> über unsere Forschung im Hinblick auf sozial ausgleichende Wirkungen
> Details zu den einzelnen Fragestellungen
> über die zeitliche Perspektive unserer Teilstudie

Sozialer Ausgleich

Besonderes Augenmerk legen wir bei allen Erhebungen und Analysen auf die Frage nach sozialen Benachteiligungen: In Deutschland ist der persönliche Bildungserfolg eng mit der sozialen Herkunft verknüpft; zusätzliche Förderung kann hier ausgleichend wirken. Außerhalb der Schule nutzen allerdings gerade sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche seltener entsprechende Angebote. Im Ganztag ist die Teilnahme dagegen gleichmäßiger verteilt; dadurch erhoffen wir uns für die betroffenen Schülerinnen und Schüler einen besonderen Nutzen.

Dass Ganztagsschule tatsächlich einen sozialen Ausgleich schaffen kann, haben wir in der ersten Phase von StEG bereits in Bezug auf das Sozialverhalten belegt. In unserer aktuellen Untersuchung suchen wir nun nach weiteren solchen Wirkungen und ihren Auslösern.

Stabile Schullaufbahn – erfolgreicher Übergang

Im Hinblick auf die Schullaufbahn zeigte sich in der ersten Phase von StEG, dass die Ganztagsteilnahme das Risiko von Klassenwiederholungen mindern kann. Auch hier untersuchen wir genauer, wie diese Wirkung zustande kommt: Bleiben Ganztagsteilnehmerinnen und -teilnehmer beispielsweise seltener dem Unterricht fern? Oder streben sie höhere Bildungsziele an als Jugendliche, die nie außerunterrichtliche Angebote besucht haben? Außerdem wollen wir herausfinden, inwiefern der Ganztag Schülerinnen und Schüler vor einem Wechsel der Schulform „nach unten“ bewahren kann.

Ebenfalls eine erweiterte Perspektive nehmen wir zudem bei der Frage nach dem erfolgreichen Übergang in die Ausbildung ein. Wo sich die Forschung bislang vor allem auf die Schulleistungen konzentriert hat, fragen wir nun ergänzend: Welche zusätzlichen Faktoren spielen für die erfolgreiche Suche nach einem Ausbildungsplatz eine Rolle? Und welchen besonderen Nutzen erbringt die Ganztagsteilnahme in diesem Zusammenhang?

Bildungslaufbahnen nachvollziehen

Durch die thematische Eingrenzung von StEG-A können wir unsere Forschungsfragen besonders detailliert bearbeiten. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, die zeitliche Perspektive zu erweitern: In der ersten Phase von StEG wurden die Schülerinnen und Schüler jeweils zu ihrer momentanen Situation befragt. In unseren aktuellen Untersuchungen nehmen wir dagegen ihre gesamte Ganztagsbiografie in den Blick.

Bedingt durch den gewählten Zeitrahmen konzentrieren sich unsere Erhebungen auf Schulformen, die mit der 9. oder 10. Jahrgangsstufe abschließen. Dort befragen wir die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen: Sie können uns rückblickend Auskunft über ihre gesamte Schulzeit geben. Zudem beginnt ein Großteil von ihnen schon bald eine berufliche Ausbildung. In den Folgebefragungen nach dem Abschluss können sie daher berichten, wie ihr Übergang in die Ausbildung verlaufen ist und welche Pläne, Hoffnungen und Wünsche sie für ihre weitere Bildungslaufbahn haben.

Sie interessieren sich für weitere Details zu unserer Vorgehensweise?

Hier  finden Sie nähere Informationen zum Forschungsdesign dieser Teilstudie.
Hier finden Sie weitere Informationen für Teilnehmerinnen, Teilnehmer und Eltern.